Ein Love and Crime Musical

2006/2007


Buch und Regie: Werner Wulz

Musik: Diverse



Kommentar

Geschrieben ursprünglich für die Gesangsklasse Robert Kreutzer an der Landes-musikschule Klagenfurt.

Am Anfang stand die Idee, im Rahmen eines Projektes Musicalsongs zu präsentieren, aber nicht als konzertante Aneinanderreihung, sondern so, wie Musicalsongs eigentlich gedacht sind: im Rahmen einer Geschichte.

 

Ein ganzes bestehendes Musical zu spielen, überstieg aber unsere Möglichkeiten. Also galt es selbst eine Geschichte zu erfinden und irgendwie landete diese Aufgabe schlussendlich bei mir. Zunächst war überhaupt nicht klar, in welche Richtung die Story gehen sollte. Ich bat die anderen, mir zu sagen, welche Songs sie gerne singen würden. Aus diesen Wünschen kristallisierte sich für mich dann langsam ein Plot heraus, den ich mit ein paar anderen Songs noch anreicherte. Eine Kriminalgeschichte sollte es werden: Mord, Gefühlsverwirrungen, „Liebe, Lügen und Verrat“, ein wenig „Schwarze Serie“ (an dieser Stelle vielen Dank an Mr. Hitchcock und Mr. Billy Wilder für die Inspirationen und Ideen). Sondra, Jannis, Mama und der recht undurchsichtige Frank tauchten auf und brachten mir bei, wie sie zu reden und zu handeln hätten. Denn das ist wohl immer so: ab einem bestimmten Punkt schreiben sich die Figuren selbst.

 

Die Geschichte sollte auf zwei Ebenen spielen: auf der Bühne des Killer-Ladies-Clubs und hinter dieser Bühne, im Privatleben der Figuren. Auf der Bühne sollten recht „coole“ Nummern erklingen – sexy, verrucht, zynisch;  hinter der Bühne durfte die Musik auch mal triefend vor Emotionen sein. Auf der Bühne geben sich die Figuren, wie sie gerne erscheinen möchten: selbstsicher, abgebrüht, unantastbar. Aber hinter der Bühne sehen wir sie, wie sie wirklich sind: unsicher, verzweifelt, voller ungestillter Sehnsüchte, verletzt, mutlos, voller Enttäuschung und Wut. Doch die Ebenen vermischen sich immer mehr, je weiter die Personen in den Strudel der Gefühle gezogen werden.

 

Sie reden – aber was sie reden, haben sie sich aus irgendwelchen Hollywood-Filmen geklaut. Die Sprachschablone übertüncht, dass sie nicht wissen, wie sie über sich selbst sprechen sollen. Oder sie wissen gar nichts mehr zu sagen, es verschlägt ihnen die Sprache … und dann flüchten sie sich in einen Song.

Das Stück wurde später abendfüllend erweitert und mit zusätzlichen Tänzerinnen und Darstellerinnen aufgeführt. 2007 kam dann eine um zusätzliche Szenen und zwei Hauptpersonen erweiterte Fassung im ORF-Theater in Klagenfurt zur Aufführung.