Musical
über das Leben Jesu
aus der Sicht von Maria Magdalena
2005
Buch: Liselotte Köck und Werner Wulz
Musik und Regie: Werner Wulz
Kommentar
DIE PASSION hatte sich mit Leiden und Sterben Jesu beschäftigt. Chormutti Liselotte Köck wollte dort nicht stehen bleiben. Das Leben Jesu und seine Botschaft standen im Mittelpunkt des neuen Musicals für unsren Chor VOCATION, für das Liselotte das Buch zusammenstellte und das ich für die endgültige Version etwas bearbeitete und ergänzte sowie die Musik schrieb.
Das Musical beginnt dort, wo die Passion geendet hatte: Jesus ist tot. Mirjam (d. i. Maria Magdalena) und eine andere Jüngerin Jesu sind am Sonntagmorgen auf dem Weg, um Jesu Leib zu salben. Beide sind niedergeschlagen und erschöpft von den Erschütterungen der letzten Tage. Doch irgendetwas in Mirjam gibt ihr die Kraft, nicht zu verzweifeln, ja zu hoffen. Worauf, weiß sie selbst nicht wirklich. Unterwegs beginnt sie der anderen zu erzählen, wie sie Jesus bei seiner berühmten BERGPREDIGT kennen gelernt und was sie dann mit ihm erlebt hat.
Das Buch folgt dabei der alten Tradition, Maria Magdalena mit der Sünderin (Prostituierten) zu identifizieren, die Jesu Füße mit ihren Tränen wäscht und mit ihren Haaren trocknet. In der Bibel erfahren wir von Maria Magdalena nur, dass Jesus sie von sieben Dämonen befreit habe. Das Musical versucht, beide Geschichten zu verknüpfen.
Im Song SIEBEN DÄMONEN erzählt Mirjam (hebräisch für Maria) ihre (von mir erfundene) Vorgeschichte: Die Halbwaise kommt in der Pubertät mit ihrem hartherzigen und selbstgerechten Vater nicht klar – er ist überzeugt, dass sieben Dämonen in ihr wohnen. Die Liebe, die sie zuhause nicht findet, sucht sie in den Armen eines jungen Soldaten, der bald darauf weiterzieht. Als offensichtlich wird, dass sie schwanger ist, schlägt ihr Vater sie halbtot und wirft sie hinaus. Sie verliert das Kind und verdingt sich von da an als Prostituierte – immer getrieben von ihren sieben Dämonen: Hass, Zorn, Neid, Stolz, Angst, Rachsucht, Bitterkeit…
Erst Jesu Botschaft verändert etwas in ihr. Sie folgt ihm und fällt im Haus eines Pharisäers Jesu zu Füßen, wäscht und küsst sie und erfährt zum ersten Mal Annahme. Von da an begleitet sie ihn. Sie wird Zeuge von Zeichen und Wundern. Am Ende ist sie es, die von all seinen Jüngern am besten spürt, welcher Weg vor ihm liegt. Am Tag vor dem letzten Abendmahl vertraut er ihr seine eigenen Ängste und Zweifel an – und macht ihr ein großes Abschiedgeschenk: Wie sie ihm einst die Füße gewaschen hat, so wäscht er seinen Jüngern zum Abschied die Füße. „So als wollte er sagen: Schau, auch ich habe etwas von dir gelernt.“
Mit diesen Worten beendet Mirjam ihre Erzählung und die beiden setzen ihren Weg fort. Doch das Grab ist leer. Die andere Jüngerin läuft los, um die Petrus und die anderen zu verständigen. Mirjam, im Glauben, Jesu Leichnam sei entwendet worden, bleibt weinend zurück. Bis plötzlich ein helles Licht sie zu umstrahlen beginnt und eine vertraute Stimme ihren Namen sagt…
