Musicalshow
2004
Buch und Regie: Werner Wulz
Musik: Diverse
Kommentar
Interessanter als die Show selber war wohl der Entstehungsprozess.
In Verbindung mit einer Musicalproduktion, die in der Nähe von Villach über die Bühne gehen sollte, hatten einige der Darsteller und das Leading Team zugesagt, in Feldkirchen (wo ich zu dieser Zeit lebte) eine Benefizgala zu machen. Die besagte Produktion ging aber nach kaum einer Woche Probenzeit wegen Finanzierungsproblemen den Bach runter – verbunden mit einem mittelgroßen Skandal und auf eine für alle Beteiligten sehr unangenehme Weise.
Trotz all der negativen Gefühle, die damit verbunden waren, erklärten sich einige Darsteller immer noch bereit, die Benefizgeschichte zu machen. Ein Konzept war schon entwickelt worden, wir hatten dem Veranstalter versprochen, beliebte Musicalsongs in eine Handlung zu verpacken, die etwas über die Geschichte Feldkirchens erzählen sollte.
Doch die Stimmung wurde immer schlechter, die Regisseurin, die die Show auch zusammenstellen sollte, landete nach einem Zusammenbruch im Krankenhaus. Da der Kontakt zu dem Feldkirchner Veranstalter durch mich entstanden war, fühlte ich mich verpflichtet, die versprochene Show durchzuziehen. Ich versuchte die Fäden in die Hand zu nehmen und die Leute zusammenzuhalten. Doch die seelischen Verletzungen waren zu tief, immer mehr Darsteller sprangen ab, und das zu dem Zeitpunkt, als ich endlich eine Idee hatte, wie wir mit geringstem Aufwand, das Versprochene liefern könnten – 14 Tage vor dem Termin, für den schon fest geworben wurde.
Von den ursprünglich geplanten Mitwirkenden waren nur mehr zwei vorhanden. Doch einige Bekannte und Freunde, darunter zwei viel versprechenden Nachwuchsdarsteller aus der Gegend, die übrigen engagierte Laien, erklärten sich schließlich bereit, einzuspringen. Doch es blieben nur noch wenige Tage Zeit für die Proben, zuwenig um lange Sprechszenen einzustudieren – und wir hatten doch versprochen eine richtige Geschichte zu erzählen! Die Lösung des Problems sah schließlich so aus:
Die Hauptperson des Stücks, ein Gelehrter, der irgendwann zu Beginn der 19. Jahrhunderts nach Feldkirchen kommt um ein Buch über die Geschichte des Städtchens zu schreiben, führte mit seinen Tagebucheintragungen durch die Handlung. Diese Tagebuchaufzeichnungen wurden voraufgezeichnet und per Lautsprecher eingespielt. Die Darsteller mussten sich dadurch nur auf ihre Songs und das einfach gehaltene Staging konzentrieren.
