Musical
über das Leiden und Sterben
von Jesus Christus

2002/2003


Buch und Regie: Werner Wulz

Nach Ideen von Lieselotte Köck und
Pf. Engelbert Hofer

Musik: Diverse



Kommentar

Geschrieben für den Jugendchor VOCATION dessen musikalischer BegLeiter ich seit etlichen Jahren bin.

Anhand die Figuren der Passionsgeschichte versuchte ich darzustellen, wie unterschiedliche Menschengruppen auf diesen Jesus und seine Botschaft auch heute noch reagieren: Der HOHEPRIESTER KAIPHAS stand für religiöse Fanatiker, die ein abstraktes Prinzip über den Menschen stellen und deshalb keine Gnade kennen. Der KÖNIG HERODES zeigte einen Lebemenschen, der stets nach neuen Sensationen und Unterhaltungen sucht. PILATUS stand für den Typus des Politikers, der die Wahrheit für das eigene politische Fortkommen opfert. Alle drei sind unfähig, sich auf die Begegnung mit Jesus wirklich einzulassen. An den Jüngern Jesu schließlich wollte ich Menschen zeigen, die sich mit großer Emotion von Jesus mitreißen lassen, die aber erst lernen müssen, dass Gefühle allein nicht über die ganze Distanz tragen.

An die einzelnen Szenen ging ich dabei dramaturgisch sehr unterschiedlich heran: mal "realistisch", mal symbolisch abstrakt. Zusammengehalten wurde das Ganze durch den Spiritual "Where you there (when they crucified my Lord)", der die einzelnen Stationen ankündigte und kommentierte. Dabei wird das Lied (quasi wie Jesus auf seinem Leidensweg) Stück für Stück demontiert: zuerst vom Chor vierstimmig vorgetragen, dann von zwei Mädchen, dann nur von einer Altstimme. In der letzten Strophe wird die Sängerin dann von den Hammerschlägen der Kreuzigung brutal unterbrochen.

Am  Schluss des Stückes steht recht provokant der sehr bekannte Gospelsong "O Happy Day", der zunächst a-capella nur von der Solistin fast zögernd im freien Tempo vorgetragen wird. Nach und nach stimmen die anderen Sänger und die Instrumente mit ein, der Rhythmus wird allmählich schneller, bis das Lied in einem triumphalen Crescendo endet - ein abschließender Kommentar zum zuvor gezeigten Leiden: "O happy day when Jesus washed my sins away".

Für die Wiederaufnahme im folgenden Jahr habe ich das Stück dann noch um ein paar eigene Songs und Instrumentalsequenzen erweitert.